Am Anfang stand das Video-Planspiel „Die üblichen Verdächtigen“. Dieses war im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Programm Respekt Coach entstanden und befasst sich mit Fragen von Gerechtigkeit und Alltagsrassismus im Schulkontext. Unsere simple Idee damals: Die Planspiel-Inhalte, also Szenario, Rollenprofile und Arbeitsanweisung, werden über kurze Video-Clips vermittelt, auf Textlektüre wird fast vollständig verzichtet. Dies erleichtert insbesondere jugendlichen Zielgruppen, denen aus welchem Grund auch immer das Lesen schwerfällt, den Einstieg ins Planspiel. 

Bei den ersten Durchführungen stellten wir nicht nur fest, dass diese Idee sehr gut funktioniert. Mal um Mal konnten wir auch beobachten, dass die Teilnehmenden sehr viel Wert auf eine solidarische Lösung des Planspiel-Problems legten. Schnell war uns klar: Es muss ein Workshop-Konzept her, dass das Video-Planspiel einbettet in die tiefergehende Auseinandersetzung mit den Themen Diskriminierung und Solidarität. So entstand der interaktive Workshop „Gemeinsam stark - Solidarität in einer pluralen Gesellschaft“. Anders als sonst bei planpolitik lag dabei kein externer Auftrag vor, sondern vielmehr eine weitere simple Idee: Wenn wir einen Workshop zum Thema Solidarität anbieten, wird dieser auch gebucht. 

Zahlreiche Durchführungen später ist klar, auch diese Idee ist ein Erfolg. Auch hier ist unser Anspruch, das Thema niederschwellig anzugehen, und so nähern sich die Teilnehmenden dem Themenkomplex zunächst in einem Positionierungsspiel an. Dabei betrachten sie kurze Szenen im Comic-Stil und diskutieren in Kleingruppen, ob sie diskriminierende Handlungen erkennen und wie sie diesen ggf. solidarisch begegnen könnten. 

Herzstück des Workshops ist die Durchführung der „Üblichen Verdächtigen“ – jedes Mal ein Hit! Ein zielgruppengerechtes Quiz vermittelt den Teilnehmenden anschließend, was in Deutschland rechtlich unter Diskriminierung verstanden wird, und bietet einen kurzweiligen Einblick in das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Je nach gewähltem Format folgt eine Ideenwerkstatt, in der die Teilnehmenden sich mit der Frage auseinandersetzen, was gesellschaftliche Solidarität mit marginalisierten Gruppen bedeuten kann und was sie persönlich zu ihrer Verwirklichung beitragen können. Dabei entstehen dann wiederum alles andere als simple Ideen. 

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